A k t u e l l e Ausstellung

UND#9 Plattform für Kunstinitiativen

Kunst, Musik & Performance

 

20.07.-23.07.2017

Vernissage Do. 20.07.2017 um 19 Uhr

Dragoner Kaserne Kaiserallee 12, Karlsruhe

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VIER

Kunst im alten Spritzenhaus E.V., Kunstverein Bahlingen a.K.

Einführung: Dr. Antje Lechleiter

Ausstellungsdauer: 28.04. bis 14.05.2017 

VIER, Kunst im Alten Spritzenhaus E.V., Kunstverein Bahlingen a.K.

Einführung von Dr. Antje Lechleiter

 

Paul Ahl hat vor seinem Kunststudium in Munzingen eine Ausbildung zum Steinmetz absolviert, mit Ton hatte er nicht viel zu tun. Inzwischen ist er ein moderner Archäologe, denn im Jahr 2014 fand zu einer überraschend neuen künstlerischen Technik. Er beobachtete, wie sich durch starken Regen Auswaschungen, Bodenerosionen ergeben und suchte in der Folge nach einem Weg, diesen Prozess selbst zu steuern. Mit verschiedensten Materialexperimenten tastete er sich zunächst an diesen natürlichen Vorgang heran. Inzwischen spült er mit dem Hochdruckereiniger feinere und grobere Partien aus Tonplatten heraus. Mit Wasser meißeln - diesen Prozess des Freilegens kann er inzwischen perfekt steuern und man sieht auf seinen Platten sehr gut, wie filigran er mit dem Gerät arbeitet und wie gekonnt er dabei - etwa wie hier durch das Auflegen eines Schuhs - mit der Plastizität seines Untergrundes spielt. Ich habe eingangs schon erwähnt, dass Ahl mit allen vier Elementen arbeitet. Zwei davon, nämlich Erde und Wasser wurden nun schon erwähnt. Doch diese Tonreliefs durchlaufen noch einen langwierigen Trocknungsprozess (Stichwort Luft) bevor sie im Holzbrandverfahren und bei Temperaturen bis zu 1.000 Grad gebrannt und damit haltbar gemacht werden. Der Brand bringt nun auch den Zufall ins Spiel. Der Serientitel "Glücksspiel" gehört zu der vierteiligen Arbeit von 2017, die oben hängt und sich auf diese Unwägbarkeiten bezieht. Hier nahm Ahl das durch Spannungsrisse bedingte Zerbrechen der Tontafeln bewusst in Kauf, sammelte die Scherben aus dem Ofen und fügte sie mit Epoxidharz wieder zusammen. Ich bin mir sicher, dass ihn genau dieser Kontrast zwischen der absoluten Kontrolle bei der Gestaltung und dem unkontrollierbaren Ergebnis des Brandes fasziniert. Mir persönlich gefällt dieser Ausdruck von Skepsis gegenüber der Dauerhaftigkeit, Geschlossenheit und Stabilität eines Kunstwerkes. Nur konsequent ist der Plan des Künstlers, künftig auch mit Vollplastiken in den Raum zu gehen.